rosa Hintergrund, weisser Text, 01.01.19, Foodblog, Silvi Schmidt
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01. Januar 2019

Forggensee, Frau, Mütze, Jacke mit Pelzkragen, leerer See, Silvi Schmidt
Forggensee 2015

Es nervt mich immer schon Wochen vor Silvester, wenn man ständig gefragt wird: „Was sind deine Vorsätze fürs neue Jahr?“, „Was nimmst du dir für nächstes Jahr vor?“. Am liebsten würde ich immer schreien: „NIIIICHTSSS!“. Aber dieses Jahr war es tatsächlich anders.

108,9 kg bei 1,66 m war der Auslöser

Nicht, dass ich nicht schon mehr Kilos hatte, aber an dem Tag ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. So konnte es für mich nicht weiter gehen! Ich hatte mich Monate und Jahre belogen. Dass ich nicht der Norm entspreche und nicht perfekt für die Augen der Allgemeinheit bin, war für mich noch nie ein Problem. Ich habe zwar kein großes Selbstbewusstsein, aber dass prallte an meiner dicken Hülle schon immer einfach ab.

Was mich wirklich störte war, dass wenn ich mich auf den Boden setzte, nicht ohne mich abzustützen aufstehen konnte. Ich habe es trotz größter Bemühung und Anstrengung einfach nicht geschafft. Es ging nicht!

Mich so am Boden zu sehen, machte mich einfach traurig und hat mir in der Seele weh getan.

Ich dachte bis dato tatsächlich, dass ich eigentlich gar nicht so dick bin und trotz meinem Gewicht keine Einschränkungen hätte. Warum ich das dachte, kann ich dir gar nicht beantworten. Eigentlich merkte ich bei jeder Treppenstufe zu meiner Wohnung, dass das nicht der Wahrheit entsprach. Dennoch habe ich es bis dahin immer geschafft, den kleinen auflodernden Funken schnell wieder im Keim zu ersticken. War es Bequemlichkeit? War es die Angst vor der Wahrheit? War es, weil es mich sonst einfach nur traurig gemacht hätte? -Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht eine Mischung aus allem und noch aus so viel mehreren Gründen.

Doch was jetzt?!

Kohlsuppendiät? Punkte oder Kalorien zählen? Trennkost versuchen? Auf Kohlenhydrate verzichten? Eins kannst du mir glauben. Ich habe schon alles versucht…naja, fast alles. Manchmal denke ich, dass ich die Diätqueen bin und ich auf sämtliche Diäten und Diätprodukte Prozente bekommen müsste. Es hat auch vieles super funktioniert. Zumindest bis ich wieder für meine Verhältnisse normal gegessen habe und mich der Jojo-Effekt traf; und das immer wie ein Vorschlaghammer.

Ich habe schön meine Punkte gezählt, mein Essen in Kohlenhydrate und Eiweiß getrennt, nur bestimmte Lebensmittel zu mir genommen oder mich nur von Pulvern ernährt. Doch sobald ich damit aufgehört habe, hatte ich die Kilos genau so schnell wieder drauf, wie sie runter waren. Was ich meinem Körper die letzten Jahre zugemutet habe, ist erschreckend. 68kg, 80kg, 65kg, 86kg, 70kg, 95kg, 61kg, 96kg…ich könnte ewig so weiter machen.

Ich hatte die Nase gestrichen voll von irgendwelchen Diäten, die nur dafür sorgten, dass ich anschließend mehr wog als davor. Wenn man mal ehrlich ist, weiß man, dass das alles nichts hilft. Zumindest nicht auf Dauer. Sobald man sein Gewicht erreicht hat und die Cheatdays von Tag zu Tag mehr werden und man sich statt jeden Tags nur noch einmal im Monat oder gar nicht mehr wiegt, weiß man, dass man wieder verloren hat.

Doch dieses Mal sollte alles anders werden

Ein BMI von 40 kommt nicht über Nacht. Selbst ich habe es nicht geschafft 108,9 kg in 4 Wochen anzufuttern. Deshalb sollte einem bewusst sein, dass man die überschüssigen Kilos auch nie und nimmer in 4 Wochen wegbekommt. Ich habe gefühlt jede Crashdiät gemacht, die es gibt. Keine hat dauerhaft geholfen.

Ich bin keine Ernährungsberaterin, habe Ernährung nicht studiert oder kenn mich auch damit über das normale Maß nicht aus. Das hier soll ein reiner Erfahrungsbericht von mir sein. Was für mich funktioniert, muss es für dich noch lange nicht tun! Dennoch möchte ich dir erzählen, wie ich abnehme. Ich hunger nicht, ich esse auch mal ein Stück Kuchen oder fahr auch mal zum goldenen M.

Ich kann für mich behaupten, dass ich den richtigen Weg für mich gefunden habe. Ich wollte auf gar keinen Fall eine weitere Diät machen. Diesmal sollte es dauerhaft sein. Ich hatte die Nase so gestrichen voll von diesen Ups and Downs, auf das Verzichten und Ersetzen von irgendwelchen Lebensmitteln und davor mich wieder einmal selbst zu enttäuschen.

Das allererste was ich lernen musste war: man muss essen um abzunehmen!

Hört sich komisch an, ist aber so. Unser Stoffwechsel ist dafür verantwortlich, dass Energie verbrannt wird. Wir benötigen diese Energie zur Wärmeproduktion, für körperliche Aktivitäten, aber auch für ganz elementare Sachen wie Atmen und Denken. Experten sprechen hier von Grund- und Leistungsumsatz; beides zusammen bildet den Gesamtenergiebedarf. Ist dieser dauerhaft unterschritten, gerät das energetische Gleichgewicht aus den Fugen. Der Stoffwechsel fährt runter und die Gewichtsabnahme kommt irgendwann ins Stocken. Soviel zur Theorie.