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Mein Leben mit Lipödem

Diagnose Lipödem

18. Juli 2019

Glücklicherweise musste ich nur eine Woche auf den Termin beim Phlebologen warten. Dennoch war es für mich wie kurz vor Weihnachten. Die Woche hat sich gezogen wie Kaugummi.

Als erstes hat sein Assistent eine Voruntersuchung durchgeführt und meine Venen kontrolliert. Nachdem ich ihn auf das Lipödem angesprochen habe, war seine Reaktion sehr verhalten. Er meinte nur, dass das in den Medien gerade hochgeschaukelt wird und man am Besten abnimmt oder Sport macht. -Na toll! Echt jetzt!? Zwar hatte ich mich auf so eine Antwort eingestellt, aber sie dann letztendlich zu hören, war echt enttäuschend! Er hat es zwar nicht wortwörtlich gesagt, aber er hat mir zu verstehen gegeben, dass bei dem Umfang meiner Beine es nicht sinnvoll sei, da es viel zu viel Fett zum Absaugen wäre.

Ich war den Tränen nahe!

Das war genau das, was ich eigentlich nicht hören wollte. Wie kann man denn bitte zu dick für eine Fettabsaugung sein?! Hätte ich nicht mit den Tränen zu kämpfen gehabt, wäre es schon fast wieder lustig gewesen.

Aber eine Chance hatte ich ja noch…das Gespräch mit dem Arzt! -dann kam aber erstmal ein Schockmoment für mich. Bevor ich ihn auf das Lipödem ansprechen konnte, teilte er mir mit, dass meine Stammvene nicht richtig schließt. Das wäre zwar momentan nicht schlimm, aber man muss es definitiv im Auge behalten und regelmäßig kontrollieren. -Puuh! Noch mal Glück gehabt. Erstmal muss ich deswegen nicht operiert werden.

Leider kam von ihm keine Initiative und er hat das Lipödem von sich aus auch nicht angesprochen. Irgendwie verstehe ich die Ärzte manchmal nicht. Ich stand zu dem Zeitpunkt ohne Hose bei bestem Licht auf einem Hocker direkt vor ihm auf Augenhöhe. Dennoch kein Wort von ihm zu dem Thema.

Also nahm ich nochmals meinen Mut zusammen und hab ihn direkt gefragt: „Denken Sie, dass es möglich ist, dass ich ein Lipödem habe?“. Seine Reaktion:

„Das ist ja wohl offensichtlich!“

In dem Moment haben sich meine Gedanken überschlagen. Endlich hatte ich die Diagnose und die Erklärung für meine Symptome und mein Anderssein. Es handelt sich um ein Lipödem Stadium 2. Gleichzeitig nahm er mir aber auch den Wind aus den Segeln.

Eine Liposuktion, was ein Traum für mich bis dahin war, würde er mir komplett abraten. Wieso? Zu einem, weil ich wie viele Menschen mit Lipödem aufgrund des schlechten Bindegewebes keine guten Venen habe. Zum anderen, weil die Studien darüber noch nicht ganz abgeschlossen seien und es wohl Erkenntnisse gibt, dass der Körper dann anfängt neues Fett im Rumpf anzulagern. Seine Empfehlung war, dass ich weiter abnehme und dauerhaft Kompressionsstrümpfe trage. Da es sich um ein Lipödem und kein Lymphödem oder dergleichen handelt, wäre eine manuelle Lymphdrainage sinnlos und die Krankenkassen würden dies auch nicht mehr übernehmen.